Theater: Shakespeare’s Richard II.

Meine Mama und ich haben es endlich mal wieder ins Theater geschafft. Am Spielplan stand diesmal Shakespeare’s Drama Richard II im Wiener Burgtheater. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe mir ein bisschen mehr erwartet! Die Handlung bzw. Moral an sich ist nämlich eine gar nicht so schlechte, aber das Stück wurde sehr fad inszeniert meiner Meinung (und an dieser Stelle möchte ich festhalten: ich mag Theater!): Ewig dieselben Kostüme (schwarz-weiß; und ihr wisst ich liebe schwarz-weiß eigentlich), ewig dasselbe Bühnenbild (ebenfalls schwarz-weiß), die Königin hatte null Text (fiel dafür in jeder Szene in Ohnmacht und wurde mit (echtem) Wasser nass gespritzt) und monotones Gequatsche. Und all das, obwohl versucht wurde, es modern zu gestalten (Wasser(schlauch), Erde, Scheibtruhe, metallener (!) Rollstuhl, Plastik(!)leichensack etc.).
Es gab nur eine Szene (und das kurz vor der Pause), die die Stimmung wirklich aufgelockert hatte (die Gärtner der Szene erinnerten mich an Clowns im Zirkus – taten der Gesamtstimmung aber gut, endlich wachte das Publikum auf!). Die letzte Stunde (nach der Pause) war schon besser, alles im Allem aber kein Stück (zumindest nicht in dieser Form), das ich weiterempfehlen würde (und viele andere auch nicht, wie ich bemerkt habe: es gab Gestöhne, Gemaule und Gegähne während der Aufführung, (auch weil es aufgrund der Hitze draußen, auch drinnen sehr stickig war), manche gingen schon im ersten Teil und andere kamen nach der Pause gar nicht in den Saal zurück, der Beifall am Ende war mehr anstandshalber als ehrliche Begeisterung hatte ich den Eindruck).

Fazit: Schade, dass man diesmal aus Shakespeare nicht alles rausgeholt hat! Ich muss noch hinzufügen: ich liebe Shakespeare; seine Art zu schreiben, sich auszudrücken und wie er die vorherrschenden Ereignisse in England wunderbar umschrieben hat – vielleicht sollten sie es in diesem Sinne mit Hamlet nochmal probieren ;o).

Trotzdem hier noch ein paar digitale Eindrücke:


(Bühne vor Spielbeginn)


(Bühne während der Aufführung)


(Karten + Programm)

Und gerade (nachdem ich bereits gestern meiner Mama gegenüber meine Sicht geschildert hatte und nun auch hier schriftlich festgehalten habe) finde ich zu genau dieser Aufführung auch eine Kritik im Internet, die meine Meinung ebenfalls widerspiegelt (Germanistik-Studium sei Dank) und sogar noch auf den Punkt bringt (“Nasse Zuschauer im Parkett und Gatsch auf der Bühne. Dann wird noch gegen Ende die Bühne endgültig eingesaut, auch scheinbar unvermeidlich. Der Ramsch bleibt liegen, egal wo die Handlung hinführt, weil der Verfall scheinbar sonst nicht anders wahrnehmbar wird.“)

Trotz allem war es aber mal wieder schön, einen Mama-Tochter-Abend zu haben!

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  1. 3. Jul. 2010